Die neue Macht der Online Medien!?

April 6, 2009

Jamba und die Blogosphäre

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , , , — silviawitzig @ 4:02 pm

Im Dezember 2004 entwickelte sich um den Klingeltonanbieter Jamba ein Skandal in der Blogosphäre. Auf dem Blog Spreeblick wurde von Johnny Häusler ein Artikel mit dem Titel „Jamba-Kurs“ veröffentlicht, der sich kritisch mit dem Abo-Tarifmodell des Klingeltonanbieters auseinandersetzt. Der Artikel war im Stil der „Sendung mit der Maus“ verfasst, was seine Verbreitung förderte. Zur gleichen Zeit versuchten Jamba-Mitarbeiter mit anonymen Kommentaren, das Abo-Modell ihres Arbeitgebers zu verteidigen. Das Thema wurde in weiteren Blogs aufgenommen und dort kommentiert und besprochen. Daraus entwickelte sich ein Netzwerk an Verlinkungen und Kommentaren zum Spreeblick-Eintrag.
Das Thema wurde innerhalb einer Woche zu einem Hauptthema in der Blogosphäre. Dies zeigte sich auch daran, dass der „Jamba-Kurs“ zeitweise vor der Homepage des Unternehmens im Google-Ranking auftauchte. Nun griffen auch die traditionellen Massenmedien, unter anderem Spiegel und SAT1, das Thema auf und machten es einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Die ganze Affäre resultierte in einem Reputationsverlust für Jamba und in der Politik kamen Forderungen für den Verbraucherschutz vor Klingeltonmissbrauch für Jugendliche auf (Fischer, 2006, S. 188ff.).
Im Detail kann der Fall auch hier nachgelesen werden.

An diesem Beispiel kann man sehen, wie sich ein Thema aus einem einzelnen Blog-Post in der ganzen Blogosphäre verbreitet und von den Massenmedien aufgenommen wird. Dadurch kann dann Einfluss auf ein Unternehmen und die Öffentlichkeit ausgeübt werden.
Am Beginn dieser Ereigniskette kann ein Bürgerjournalist stehen, der einen Post zu einem bestimmten Thema veröffentlicht. Die Möglichkeit Einfluss auszuüben, erhält das Thema aber erst, wenn es von anderen Bloggern gelesen und weiterverbreitet wird. Die im letzten Post erwähnten A-Blogger, also Blogger mit vielen Lesern, haben hier eine wichtige Rolle. Meldungen, die in einem A-List-Blog stehen, werden von Hunderttausenden gelesen und diese Blogs übernehmen damit für ihre Leser und viele andere Blogger eine Art Orientierungsfunktion (Ebersbach/Glaser/Heigl, 2008, S. 68). Man kann davon ausgehen, dass die A-Blogger innerhalb der Blogosphäre Themen setzen, denn viele weitere Blogger verlinken auf die A-List-Blogs und nehmen die dort besprochenen Themen auf.
Je häufiger nun ein Thema in der Blogosphäre erwähnt und vor allem verlinkt wird, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass es öffentlich wahrgenommen wird und auf die Agenda der traditionellen Massenmedien gesetzt wird (Seeber, 2008, S. 57ff.). Unterstützt wird dies auch durch Google, denn die Verlinkungen in der Blogosphäre kommen dem Page-Rank Algorithmus stark entgegen (Seeber, 2008, S. 60).

Auch im Fall des Klingeltonanbieters Jamba hat sich das Thema zunächst in der Blogosphäre verbreitet und wurde dann von den traditionellen Massenmedien aufgenommen, wodurch Einfluss auf die Öffentlichkeit und das Unternehmen ausgeübt werden konnte.

April 2, 2009

Aufmerksamkeit in der Blogosphäre

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , , , — silviawitzig @ 8:25 am

Link to meUm aus der unglaublichen Menge von Blogs hervorzustechen, braucht es Verlinkungen, die regelmässig viele Leser auf die Website eines Blogs bringen.
Die wichtigsten Grundelemente von Blogs sind Blogrolls, Permalinks und Trackback.
Eine Blogroll findet sich auf jedem Blog. In dieser Liste werden Blogs aufgeführt, die vom Autor regelmässig gelesen werden. Blogrolls sind einerseits ein Navigations-Tool und andererseits eine Art der sozialen Anerkennung (Marlow, 2004, S. 3).
Jeder Post erhält eine feste Internetadresse, einen sogenannten Permalink. Damit ist jeder Blog-Beitrag und auch jeder Kommentar eines Blog-Lesers referenzierbar, was das Verlinken auf fremde Blog-Beiträge deutlich vereinfacht (Seeber, 2008, S. 19).
Trackbacks sind Links zwischen zwei Blog-Posts. Der Autor des zweiten Posts bezieht sich in seinem Text auf den ersten Post. Er kann nun ein Signal an diesen ersten Post senden, welches dort als Kommentar mit Link erscheint. Dadurch können die Leser des Ursprungs-Posts gleich in den Kommentaren sehen, dass andere Blogger über das selbe Thema schrieben.

Diese drei Elemente erklären, wie Blogs vernetzt sind. Welche Blogs nun häufig verlinkt werden und dadurch Aufmerksamkeit erhalten, kann durch die sogenannte Power Law-Verteilung erklärt werden. „We know that power law distributions tend to arise in social systems where many people express their preferences among many options. We also know that as the number of options rise, the curve becomes more extreme“ (Shirky, 2003).
In der Blogosphäre hat es nun viele Blogs, wie im letzten Post thematisiert, und es gibt viele Leser, die sich aus diesen Blogs Favoriten auswählen und auf sie verlinken. Man könnte nun eigentlich davon ausgehen, dass die Leser ihre Favoriten frei auswählen und damit die meisten Blogs etwa gleich populär wären. Dem ist jedoch nicht so, denn „people’s choices do affect one another. If we assume that any blog chosen by one user is more likely, by even a fractional amount, to be chosen by another user, the system changes dramatically. Alice, the first user, chooses her blogs unaffected by anyone else, but Bob has a slightly higher chance of liking Alice’s blogs than the others. When Bob is done, any blog that both he and Alice like has a higher chance of being picked by Carmen, and so on, with a small number of blogs becoming increasingly likely to be chosen in the future because they were chosen in the past“ (Shirky, 2003). Dadurch werden Blogs, die schon von vielen Personen als Favoriten ausgewählt wurden, immer populärer und erhalten viel Aufmerksamkeit. Es kommt zur oben erwähnten Power Law-Verteilung und das heisst, dass ein grosser Anteil der Links auf einen kleinen Anteil der existierenden Blogs eingeht. Diese Blogs werden auch A-Blogs oder A-List Blogs genannt.

Die Blogsuchmaschine Technorati berechnet einen Autoritätswert, der ebenfalls auf der Verlinkung unter den Blogs beruht. Ausschlaggebend für eine hohe Technorati Authority ist, wie viele Blogs in den letzten sechs Monaten auf den eigenen Blog verlinkten. Die Top 100 Blogs können bei Technorati angesehen werden. Zur Zeit hat der Blog The Huffington Post den höchsten Authority-Wert. Dies ist übrigens ein weiteres Beispiel für einen Blog, der dem Bereich Citizen Journalism zugeordnet werden kann.

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