Die neue Macht der Online Medien!?

April 18, 2009

Abschluss und Fazit

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , , — silviawitzig @ 12:25 pm

In meinem ersten Post zum Thema „Die neue Macht der Online-Medien?!“ habe ich mir einige Fragen gestellt, anhand derer ich plante, das Thema zu bearbeiten. Mit einigen davon habe ich mich näher beschäftigt, für andere reichten Zeit und Platz nicht mehr aus.

Was können Online-Medien bewegen?
Diese Frage steht über allen Posts auf diesem Blog. Ausgehend von den Online-Medien, speziell den Blogs, kann einiges bewegt werden. Unternehmen können Imageverluste erleiden, Politiker treten zurück und Regierungen fürchten sich vor der Macht der Blogger. Dazu müssen aber verschiedene Faktoren zusammenspielen. Durch die Verlinkung in der Blogosphäre werden Themen sichtbar und bekannt gemacht. Journalisten nutzen Blogs für ihre Recherchen und nehmen so Themen in die Massenmedien auf. In den Fällen, in welchen die Berichterstattung in Blogs der Auslöser für Veränderungen war, kam es erst zu diesen Veränderungen, als auch die Massenmedien über das Thema berichteten.

Haben Online-Medien mehr oder weniger Macht als die Massenmedien?
Gezeigt hat sich, dass es schwierig ist, die Macht von Online-Medien oder Blogs mit der Macht von Massenmedien zu vergleichen. Dies liegt daran, dass Blogs meistens erst durch die Massenmedien Macht ausüben können.

Welche Macht können nun die Online-Medien auf Politik und Gesellschaft ausüben?
Blogs von Citizen Journalists können, wie schon bei der ersten Frage erläutert, durch ihre Berichterstattung einiges bewegen. Aber auch die Existenz von Blogs und Bürgerjournalismus hat einen Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Politiker (und auch Unternehmen) müssen heute die Meinungen aus Blogs beachten und auf Themen in der Blogosphäre reagieren. Ansonsten kann es zu negativen Einflüssen kommen, wie verschiedene Beispiele zeigen.
Durch die Blogosphäre kommt es auch zu Veränderungen, wie über Geschehnisse und Medienberichterstattung diskutiert wird. Der Austausch ist nicht mehr nur auf das nahe Umfeld beschränkt, sondern theoretisch mit einem grossen Teil der Weltbevölkerung möglich.
Journalistische Blogs sind heute ein weiteres Medium für Neuigkeiten und Hintergrundberichte. Die Leser müssen sich darüber Gedanken machen, welchen Blogs sie vertrauen wollen, und sie müssen der Berichterstattung kritisch gegenüberstehen. Es können auch weitere Meinungen eingeholt werden, womit auch die Berichte der Massenmedien kritisch hinterfragt werden können.

Persönliches Fazit: Das Thema „Die neue Macht der Online-Medien?!“ hält viele interessante Aspekte bereit. Ich hätte hier noch auf einige weitere Themenbereiche eingehen können und es fiel mir anfangs auch schwer einen Fokus zu finden. Die Recherchen für meine Blog-Beiträge brauchten oft viel Zeit und es war eine Herausforderung sich nicht ständig in der Fülle von Informationen und interessanten Artikeln zu verlieren.
Für mich war die Auseinandersetzung mit der Blogosphäre und dem Citizen Journalism sehr interessant. Ich habe so eine neue Form des Publizierens und der Berichterstattung besser kennen gelernt.
Durch meine Arbeit bin ich einmal mehr dafür sensibilisiert worden, dass man der Berichterstattung von Medien, egal ob Massenmedien, Blogs oder andere Online-Medien, kritisch gegenüber stehen sollte und welche Wichtigkeit heute der Medienkompetenz zukommt.

April 15, 2009

Cyber Dissidents

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , — silviawitzig @ 8:17 am

Citizen Journalism, wie ich ihn im letzten Post beschrieben habe, wird in einer demokratischen Umgebung praktiziert. Bürgerjournalismus spielt aber gerade in Ländern, in denen die freie Meinungsäusserung keine Selbstverständlichkeit ist, eine wichtige Rolle. Blogs können dort Funktionen übernehmen, an deren Erfüllung die staatlich kontrollierten Printmedien gehindert werden (Lau, 2005, zit. in: Seeber, 2008, S. 35).
Blogger, die sich kritisch über eine Regierung oder ein Regime äussern, werden auch Cyber Dissidents genannt. Dissident steht für Andersdenkende oder auch für Regimekritiker. Blogs von Cyber Dissidents und Bürgerjournalisten sind in Ländern wie China, Iran, Irak oder Ägypten wichtige Informationsquellen. In diesen Ländern kommt es auch immer wieder zu Verhaftungen von Bloggern, da die totalitären Staaten den Einfluss von systemkritischen Bloggern fürchten (Seeber, 2008, S. 36).

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (Reporters sans frontières) macht auf die Situation in sogenannt internetfeindlichen Ländern aufmerksam. Sie führt auch ein „Press Freedom Barometer“ auf dem unter anderen gefangengenommenen Cyber Dissidents aufgeführt sind.

Berichte von Bloggern, die wegen ihrer Äusserungen verhaftet wurden, gelangen auch immer wieder in die Massenmedien. So zum Beispiel in der NZZ vom 11.02.09 und vom 16.02.09. In diesen Artikeln wird über den Fall des Bloggers Philip Rizk und die Situation von Bloggern in Ägypten berichtet. Rizk wurde mit anderen Regierungskritikern an einer Demonstration verhaftet. Im Vergleich zu anderen kam er jedoch dank seiner deutsch-ägyptischen Doppelbürgerschaft und seiner Vernetzung in der Blogosphäre nach wenigen Tagen wieder frei. Ein anderer regierungskritischer Blogger befindet sich seit 2006 in Haft (NZZ, 2009). Mehr über die Situtation der Blogger in Ägypten findet sich auch in einem Artikel von Reporter ohne Grenzen.

Aufsehen erregte auch der Fall des südkoreanischen Bloggers „Minerva“. Laut der NZZ vom 13.02.09 wurde der anonym bleibende Blogger wegen Verbreitung falscher Gerüchte, die die Notenbank zu einer milliardenschweren Rettungsaktion gezwungen haben, verhaftet. Darauf kam es in Südkorea zu einer heftigen Debatte über die Meinungsfreiheit (NZZ, 2009).

Citizen Journalists oder Cyber Dissidents können in diesen Ländern der Zensur der Massenmedien entgegenwirken und werden dadurch zu wichtigen Informationskanälen. Allerdings wird ihr Einfluss und ihre Macht von den Regierungen so sehr gefürchtet, dass es immer wieder zu Verhaftungen kommt.

April 14, 2009

Citizen Journalism

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , , , , — silviawitzig @ 8:24 am

In den letzten Posts bin ich darauf eingegangen, wie Themen aus der Blogosphäre von den Massenmedien aufgegriffen werden. Hier möchte ich aber noch einmal zum Ursprung solcher Themen kommen. Beispiele wie das von Jamba oder Trent Lott nahmen ihren Anfang in Blogs, die von einzelnen Personen, unter anderem von Citizen Journalists, geschrieben werden.

Bürgerjournalisten oder Citizen Journalists nutzen verschiedene Medien, um ihre Nachrichten zu verbreiten. Neben Blogs spielen dabei auch vermehrt die traditionellen Massenmedien eine Rolle. Verschiedene Zeitungen und TV-Stationen rufen ihre Leser dazu auf Fotos, Videos oder Text einzusenden oder haben sogar eigene Plattformen für Beiträge von Lesern. Ein Beispiel dafür ist die Plattform iReport von CNN.
Die Beteiligung von Bürgern an Massenmedien ist jedoch kein neues Phänomen, denn „ Schon im 19. Jahrhundert war das ein höchst erfolgreiches Konzept im Lokaljournalismus“ (Kopp/Schönhagen, 2007, S. 1). Citizen Journalism in Blogs ist natürlich eine neuere Entwicklung, die durch die Möglichkeiten des Web 2.0 stark gefördert wurde. Vor dem 11. September 2001 stellten Blogs noch ein reines WWW-Phänomen dar und wurden von den Massenmedien nur wenig beachtet. Nach den Terroranschlägen stellte sich heraus, dass über Blogs schneller, persönlicher und direkter berichtet werden konnte (Fischer, 2006, S. 166). In der Folge begann die Anzahl an Weblogs stark zu steigen. Auch der Krieg im Irak (2003) und der Tsunami (2004) förderten das Entstehen von weiteren Blogs im Bereich Citizen Journalism.

Wie ich im letzten Post aufgezeigt habe, besteht heute ein enges Verhältnis zwischen den Massenmedien und den Bürgerjournalisten. Die Medien nehmen Themen aus der Blogosphäre auf und Journalisten nutzen Blogs als Quellen.
Die Berichterstattung durch Bürgerjournalisten oder Blogger wird aber, unter anderem von Seiten der Medien, auch kritisiert. Bemängelt wird unter anderem, dass
Grundprinzipien des journalistischen Arbeitens, der Recherche, der Qualitätsstandards und der Trennung der Darstellungsformen nicht erfüllt werden (Büffel, 2006).
Auch die Subjektivität der Berichterstattung von Citizen Journalists wird kritisiert.
Zudem ist es schwierig, die Authentizität der Berichte zu klären und die Anonymität gewisser Blogger, sowie Falschmeldungen fördern das Misstrauen (Eberwein, 2008, S. 20).
Charakteristisch für die Blogosphäre und damit auch für Citizen Journalism in Blogs ist, dass Texte und Berichte unüberarbeitet und unkontrolliert veröffentlicht werden können. Allerdings findet nach der Veröffentlichung eine Kontrolle von Fakten und Informationen durch die Leser statt (Fischer, 2006, S. 197). Die Leser kommentieren Blog-Posts und ergänzen sie mit ihrem eigenen Wissen. Dadurch kann die Qualität dieser Artikel verbessert werden.

Ob man nun eher den Berichten der Massenmedien, die gegen Falschmeldungen und Subjektivität auch nicht immun sind, oder den Berichten von Citizen Journalists vertrauen will, muss jeder Leser für sich selbst entscheiden. Es ist wohl in beiden Fällen angebracht, die Berichterstattung kritisch zu hinterfragen.

April 12, 2009

Massenmedien und ihr Verhältnis zu Blogs

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , , — silviawitzig @ 3:00 pm

Anhand des Beispiels Jamba habe ich im letzten Post aufgezeigt, wie ein Thema aus einem einzelnen Blog sich in der Blogosphäre verbreitet und dann aus dem Netz in die Massenmedien aufgenommen wird. Erklärt werden kann dies unter anderem dadurch, dass Journalisten selbst bloggen und damit in der Blogosphäre aktiv und vernetzt sind. Das Interesse der Massenmedien an Blogs wächst auch dadurch, dass in der Blogosphäre Anschlusskommunikation über die Berichterstattung der Massenmedien stattfindet. So wird die Blogosphäre zu einem Resonanzraum der Medien, denn dort wird öffentlich diskutiert, was bisher nur in der Familie, im Bekanntenkreis oder am Arbeitsplatz besprochen werden konnte (Neuberger/Nuernbergk/Rischke, 2007, S. 109).

Für das Aufnehmen von Themen aus der Blogosphäre ist es jedoch wichtiger, dass überdurchschnittlich viele Blog-Leser Journalisten sind (Copeland, 2003, S. 24 zit. in: Seeber, 2008, S. 60). Journalisten nutzen Blogs zur Suche nach Themenideen, welche in den Massenmedien davor nur wenig erwähnt wurden (Eberwein, 2008, S. 16). Dadurch können Themen, besonders solche mit viel Aufmerksamkeit, aus der Blogosphäre auf die Massenmedien überspringen. Blogs werden aber auch zur Bildung von Meinungen konsultiert, denn besonders in den USA sind A-List Blogs, wie Instapundit und andere, relevant für die politische Meinungsäusserung und sollten bei journalistische Recherchen beachtet werden (Eberwein, 2008, S. 16).
Blogs spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für die Berichterstattung der Massenmedien aus oder über Kriegs- und Krisengebiete. Journalisten finden in sogenannten War- und Undergroundblogs ungefilterte Augenzeugenberichte und nutzen diese ergänzend zu den offiziellen Sichtweisen (Eberwein, 2008, S. 17).
In Blogs wird aber nicht nur recherchiert, wenn es um Politik, Krisen oder Kriege geht. Sie sind auch wichtige Quellen für Fachjournalisten, die es sich kaum leisten können, Erkenntnisse und Meinungen von bloggenden Experten zu ignorieren (Eberwein, 2008, S. 18).

Journalisten nutzen Blogs also auf verschiedene Art und Weise. Durch die Übernahme von Themen und Meinungen aus der Blogosphäre machen sie diese einer verhältnismässig viel grösseren Öffentlichkeit bekannt. Dadurch erhalten Themen auch mehr Aufmerksamkeit und es kann zu Entwicklungen wie im Fall Jamba kommen. Ein weiteres Beispiel dazu ist der Fall des US-Senators Trent Lott. Lott lobte auf einer Feier Präsidentschaftskandidat Thurmond, der die Rassentrennung erhalten wollte. Die traditionellen Massenmedien beachteten die rassistischen Äusserungen Lotts kaum. Blogger berichteten jedoch über den Vorfall und lieferten weitere Hintergrundinformationen. Das Thema wurde auch von den Massenmedien aufgegriffen, mit der Folge, dass Lott seinen Rücktritt bekannt gab (Möller, 2005, S. 134). Ähnlich wie im Fall des Klingeltonanbieters Jamba zeigt sich auch hier, dass ein Thema zwar zunächst in der Blogosphäre besprochen wird, dann aber von den Massenmedien aufgenommen wird und dadurch Einfluss ausgeübt werden kann.

April 2, 2009

Aufmerksamkeit in der Blogosphäre

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , , , — silviawitzig @ 8:25 am

Link to meUm aus der unglaublichen Menge von Blogs hervorzustechen, braucht es Verlinkungen, die regelmässig viele Leser auf die Website eines Blogs bringen.
Die wichtigsten Grundelemente von Blogs sind Blogrolls, Permalinks und Trackback.
Eine Blogroll findet sich auf jedem Blog. In dieser Liste werden Blogs aufgeführt, die vom Autor regelmässig gelesen werden. Blogrolls sind einerseits ein Navigations-Tool und andererseits eine Art der sozialen Anerkennung (Marlow, 2004, S. 3).
Jeder Post erhält eine feste Internetadresse, einen sogenannten Permalink. Damit ist jeder Blog-Beitrag und auch jeder Kommentar eines Blog-Lesers referenzierbar, was das Verlinken auf fremde Blog-Beiträge deutlich vereinfacht (Seeber, 2008, S. 19).
Trackbacks sind Links zwischen zwei Blog-Posts. Der Autor des zweiten Posts bezieht sich in seinem Text auf den ersten Post. Er kann nun ein Signal an diesen ersten Post senden, welches dort als Kommentar mit Link erscheint. Dadurch können die Leser des Ursprungs-Posts gleich in den Kommentaren sehen, dass andere Blogger über das selbe Thema schrieben.

Diese drei Elemente erklären, wie Blogs vernetzt sind. Welche Blogs nun häufig verlinkt werden und dadurch Aufmerksamkeit erhalten, kann durch die sogenannte Power Law-Verteilung erklärt werden. „We know that power law distributions tend to arise in social systems where many people express their preferences among many options. We also know that as the number of options rise, the curve becomes more extreme“ (Shirky, 2003).
In der Blogosphäre hat es nun viele Blogs, wie im letzten Post thematisiert, und es gibt viele Leser, die sich aus diesen Blogs Favoriten auswählen und auf sie verlinken. Man könnte nun eigentlich davon ausgehen, dass die Leser ihre Favoriten frei auswählen und damit die meisten Blogs etwa gleich populär wären. Dem ist jedoch nicht so, denn „people’s choices do affect one another. If we assume that any blog chosen by one user is more likely, by even a fractional amount, to be chosen by another user, the system changes dramatically. Alice, the first user, chooses her blogs unaffected by anyone else, but Bob has a slightly higher chance of liking Alice’s blogs than the others. When Bob is done, any blog that both he and Alice like has a higher chance of being picked by Carmen, and so on, with a small number of blogs becoming increasingly likely to be chosen in the future because they were chosen in the past“ (Shirky, 2003). Dadurch werden Blogs, die schon von vielen Personen als Favoriten ausgewählt wurden, immer populärer und erhalten viel Aufmerksamkeit. Es kommt zur oben erwähnten Power Law-Verteilung und das heisst, dass ein grosser Anteil der Links auf einen kleinen Anteil der existierenden Blogs eingeht. Diese Blogs werden auch A-Blogs oder A-List Blogs genannt.

Die Blogsuchmaschine Technorati berechnet einen Autoritätswert, der ebenfalls auf der Verlinkung unter den Blogs beruht. Ausschlaggebend für eine hohe Technorati Authority ist, wie viele Blogs in den letzten sechs Monaten auf den eigenen Blog verlinkten. Die Top 100 Blogs können bei Technorati angesehen werden. Zur Zeit hat der Blog The Huffington Post den höchsten Authority-Wert. Dies ist übrigens ein weiteres Beispiel für einen Blog, der dem Bereich Citizen Journalism zugeordnet werden kann.

März 17, 2009

Blog-Masse

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , — silviawitzig @ 4:29 pm

Die grundsätzliche Voraussetzung, um mit Berichterstattungen überhaupt Macht ausüben zu können, ist, dass diese Berichte gelesen und wahrgenommen werden.
Die traditionellen Massenmedien richten ihre Berichterstattung an eine Masse oder Vielzahl von Menschen (vgl. Burkart, 2002). Dies mag für Tageszeitungen, Radio oder Fernsehen noch verhältnismässig einfach sein, da es deutlich weniger Massenmedien als Rezipienten gibt.
Bei Blogs sieht dies jedoch anders aus:
2008 gab es laut dem State of the Blogosphere Report von Technorati 133 Millionen indexierte Blog records. Gemäss der Wave 3 Studie von Universal McCann gab es im März 2008 sogar 184 Millionen Blogger weltweit. Die Zahlen zur Menge der existierenden Blogs unterscheiden sich je nach Quelle. Was feststeht ist aber, dass es eine unglaublich grosse Menge ist. Ob sich das Zählen überhaupt noch lohnt, fragt sich The Blog Herald.
Hinter dieser Menge von Blogs stehen viele einzelne Personen. Natürlich betreiben nicht alle Berichterstattung im Sinne des Citizen Journalism, sondern schreiben über unterschiedliche Themen. In der Studie von Universal McCann wurde auch erfasst, welche Themengebiete die beliebtesten sind:
1. Personal Blogs (Diary Sites) (63.5%)
2. Family of friends Blogs (38.9%)
3. Music (33.1%)
4. News/current affairs (29.1%)
5. Opinions on products and brands (26.6%)

Diese Statistik zeigt, dass sich doch einige dieser 184 Millionen Blogger mit medienähnlicher Berichterstattung befassen und deshalb als Citizen Journalists bezeichnet werden können. Sie schreiben zwar über tragische, politische, wirtschaftliche oder skandalöse Ereignisse, doch ich nehme an, dass die wenigsten von ihnen so viel Aufmerksamkeit erhalten, wie die Blogs, die ich im letzten Post als Beispiele aufgeführt habe.
Ein Vergleich, der das für mich illustriert: Jede Person auf dieser Welt kann sich vor die Haustüre stellen oder auch nur das Fenster öffnen und ihre Meinung zu einem Thema der ganzen Welt verkünden. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Meinung von jemandem gehört wird und sich dann sogar noch weiterverbreitet, ist jedoch verschwindend gering.
Mit Blogs verhält es sich eigentlich recht ähnlich. Anstatt, dass man das Fenster öffnet, wird die Meinung über den Blog in die virtuelle Welt gestellt. Auch hier muss die Meinung zuerst gelesen werden, damit sie sich weiterverbreiten und damit Macht ausgeübt werden kann. Die Chancen dafür erhöhen sich jedoch schon dadurch, dass die Blog-Posts abgespeichert und so dauerhaft verfügbar sind. Zum gleichen Thema noch ein Cartoon.
In der Blogosphäre gibt es aber auch noch bestimmte Mechanismen, die dazu führen, dass einige Blogs mehr Aufmerksamkeit erhalten als andere. Darauf werde ich im nächsten Post näher eingehen.

März 7, 2009

At the grass-roots level

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , — silviawitzig @ 3:57 pm

Der für diesen Blog vielleicht doch etwas seltsame Titel benötigt wohl eine eingehendere Erklärung. Bei meinen Recherchen bin ich schon bald auf das Phänomen des Citizen Journalism oder auch Grassroot Journalism gestossen. Auf Deutsch wird diese Art des Journalismus auch als Graswurzel-, Bürger- oder partizipativer Journalismus bezeichnet.

An der Wurzel dieses Phänomens sind Bürger, die Nachrichten und Informationen über ihre eigenen Medien verbreiten. Eine genauere Definition von Bowman/Willis (2003, S. 9): „The act of a citizen, or group of citizens, playing an active role in the process of collecting, reporting, analyzing and disseminating news and information. The intent of this participation is to provide independent, reliable, accurate, wide-ranging and relevant information that a democracy requires.“
Mit den verschiedenen Begriffen, die im Zusammenhang mit Bürger-Journalismus auftauchen, beschäftigt sich auch der Blog Readers-Edition.

Durch die technischen Möglichkeiten des Web 2.0 ist es heute für Citizen Journalists sehr einfach geworden, ihre Nachrichten und Meinungen zu veröffentlichen. Nebst Blogs, die von einzelnen bis zu mehreren Tausend Personen geschrieben werden, gibt es auch Fotojournalisten oder Videojournalisten, die als Citizen Journalists aktiv sind:

OhmyNews publiziert seit 2000 Artikel von südkoreanischen Citizen Journalists. Seit vier Jahren gibt es auch eine internationale, englischsprachige Plattform.

Die Autoren von GlobalVoices veröffentlichen Beiträge und Nachrichten mit dem Fokus auf Entwicklungsländer und Geschehnisse, die von den traditionellen Medien vernachlässigt werden. Die Posts werden von Freiwilligen in verschiedene Sprachen übersetzt.

Auf CitizenJoe berichten Citizen Journalists mit dem Motto „hey, it’s your democracy too“ über die nationale US-Politk.

CitizenKate verfolgte die Kampagnen der Präsidentschaftskandidaten in den USA und berichtete darüber auf ihrer Homepage in einem Videoblog.

Die Citizen Economists berichten und kommentieren aktuelle Geschehnisse aus der Wirtschaft.

NoComment News ist eine Flicker-Gruppe mit dem Ziel „to show more people what’s really happening around the world.“

Haben diese Bürger-Journalisten, Personen wie du und ich, nun Macht?

Februar 28, 2009

Rezipient = Produzent?

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , , — silviawitzig @ 3:13 pm

Das Medienangebot besteht heute nicht mehr nur aus den traditionellen Massenmedien, auf die ich im ersten Post eingegangen bin. Ergänzt wird die Medienlandschaft durch Blogs, Wikis, Foren, Plattformen wie YouTube und viele weitere Anwendungen. Diese Online-Medien machen es jedem interessierten Teilnehmer ungewöhnlich leicht, die Rezipientenrolle gegen die Produzentenrolle zu tauschen und sich aktiv in das mediale Geschehen einzumischen (Jäckel/Mai, 2008, S. 197).

Massenmedien und ihre Inhalte werden von Verlagen, Sendern und anderen Organisationen produziert. Konkrete Einflussmöglichkeiten von Bürgerinnen und Bürgern auf Rundfunk und Fernsehen sind ausgesprochen begrenzt (Ebersbach/Glaser/Heigl, 2008, S. 70). Die Inhalte der Online-Medien im Web 2.0 hingegen werden von den Lesern oder Nutzern erstellt. Damit hat sich die klassische Rollenverteilung zwischen Medienrezipient und Medienproduzent von Grund auf verändert.
Blogs oder Weblogs sind typische Beispiele für diese Entwicklung. Ein grosser Teil der existierenden Blogs hat privaten Charakter. Doch einige Weblogger verfolgen ambitionierte, informierende Ziele, so beispielsweise jene Berichterstatter, die Berichte aus Kriegs- und Katastrophengebieten liefern, die sonst nicht an die Öffentlichkeit kämen (Ebersbach/Glaser/Heigl, 2008, S. 70). Blogs aus dem Gaza-Streifen und von israelischer Seite sind ein aktuelles Beispiel dafür.

Über Blogs können Informationen sehr schnell und fast ungefiltert der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Blogosphäre ist es zudem möglich, Themen zu setzen und die Gatekeepermechanismen der traditionellen Medien zu umgehen (Ebersbach/Glaser/Heigl, 2008, S. 70).
Mehr zu diesen Nachrichten von der (Gras)Wurzel aus folgt demnächst.

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