Die neue Macht der Online Medien!?

April 18, 2009

Abschluss und Fazit

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , , — silviawitzig @ 12:25 pm

In meinem ersten Post zum Thema „Die neue Macht der Online-Medien?!“ habe ich mir einige Fragen gestellt, anhand derer ich plante, das Thema zu bearbeiten. Mit einigen davon habe ich mich näher beschäftigt, für andere reichten Zeit und Platz nicht mehr aus.

Was können Online-Medien bewegen?
Diese Frage steht über allen Posts auf diesem Blog. Ausgehend von den Online-Medien, speziell den Blogs, kann einiges bewegt werden. Unternehmen können Imageverluste erleiden, Politiker treten zurück und Regierungen fürchten sich vor der Macht der Blogger. Dazu müssen aber verschiedene Faktoren zusammenspielen. Durch die Verlinkung in der Blogosphäre werden Themen sichtbar und bekannt gemacht. Journalisten nutzen Blogs für ihre Recherchen und nehmen so Themen in die Massenmedien auf. In den Fällen, in welchen die Berichterstattung in Blogs der Auslöser für Veränderungen war, kam es erst zu diesen Veränderungen, als auch die Massenmedien über das Thema berichteten.

Haben Online-Medien mehr oder weniger Macht als die Massenmedien?
Gezeigt hat sich, dass es schwierig ist, die Macht von Online-Medien oder Blogs mit der Macht von Massenmedien zu vergleichen. Dies liegt daran, dass Blogs meistens erst durch die Massenmedien Macht ausüben können.

Welche Macht können nun die Online-Medien auf Politik und Gesellschaft ausüben?
Blogs von Citizen Journalists können, wie schon bei der ersten Frage erläutert, durch ihre Berichterstattung einiges bewegen. Aber auch die Existenz von Blogs und Bürgerjournalismus hat einen Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Politiker (und auch Unternehmen) müssen heute die Meinungen aus Blogs beachten und auf Themen in der Blogosphäre reagieren. Ansonsten kann es zu negativen Einflüssen kommen, wie verschiedene Beispiele zeigen.
Durch die Blogosphäre kommt es auch zu Veränderungen, wie über Geschehnisse und Medienberichterstattung diskutiert wird. Der Austausch ist nicht mehr nur auf das nahe Umfeld beschränkt, sondern theoretisch mit einem grossen Teil der Weltbevölkerung möglich.
Journalistische Blogs sind heute ein weiteres Medium für Neuigkeiten und Hintergrundberichte. Die Leser müssen sich darüber Gedanken machen, welchen Blogs sie vertrauen wollen, und sie müssen der Berichterstattung kritisch gegenüberstehen. Es können auch weitere Meinungen eingeholt werden, womit auch die Berichte der Massenmedien kritisch hinterfragt werden können.

Persönliches Fazit: Das Thema „Die neue Macht der Online-Medien?!“ hält viele interessante Aspekte bereit. Ich hätte hier noch auf einige weitere Themenbereiche eingehen können und es fiel mir anfangs auch schwer einen Fokus zu finden. Die Recherchen für meine Blog-Beiträge brauchten oft viel Zeit und es war eine Herausforderung sich nicht ständig in der Fülle von Informationen und interessanten Artikeln zu verlieren.
Für mich war die Auseinandersetzung mit der Blogosphäre und dem Citizen Journalism sehr interessant. Ich habe so eine neue Form des Publizierens und der Berichterstattung besser kennen gelernt.
Durch meine Arbeit bin ich einmal mehr dafür sensibilisiert worden, dass man der Berichterstattung von Medien, egal ob Massenmedien, Blogs oder andere Online-Medien, kritisch gegenüber stehen sollte und welche Wichtigkeit heute der Medienkompetenz zukommt.

April 15, 2009

Cyber Dissidents

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , — silviawitzig @ 8:17 am

Citizen Journalism, wie ich ihn im letzten Post beschrieben habe, wird in einer demokratischen Umgebung praktiziert. Bürgerjournalismus spielt aber gerade in Ländern, in denen die freie Meinungsäusserung keine Selbstverständlichkeit ist, eine wichtige Rolle. Blogs können dort Funktionen übernehmen, an deren Erfüllung die staatlich kontrollierten Printmedien gehindert werden (Lau, 2005, zit. in: Seeber, 2008, S. 35).
Blogger, die sich kritisch über eine Regierung oder ein Regime äussern, werden auch Cyber Dissidents genannt. Dissident steht für Andersdenkende oder auch für Regimekritiker. Blogs von Cyber Dissidents und Bürgerjournalisten sind in Ländern wie China, Iran, Irak oder Ägypten wichtige Informationsquellen. In diesen Ländern kommt es auch immer wieder zu Verhaftungen von Bloggern, da die totalitären Staaten den Einfluss von systemkritischen Bloggern fürchten (Seeber, 2008, S. 36).

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (Reporters sans frontières) macht auf die Situation in sogenannt internetfeindlichen Ländern aufmerksam. Sie führt auch ein „Press Freedom Barometer“ auf dem unter anderen gefangengenommenen Cyber Dissidents aufgeführt sind.

Berichte von Bloggern, die wegen ihrer Äusserungen verhaftet wurden, gelangen auch immer wieder in die Massenmedien. So zum Beispiel in der NZZ vom 11.02.09 und vom 16.02.09. In diesen Artikeln wird über den Fall des Bloggers Philip Rizk und die Situation von Bloggern in Ägypten berichtet. Rizk wurde mit anderen Regierungskritikern an einer Demonstration verhaftet. Im Vergleich zu anderen kam er jedoch dank seiner deutsch-ägyptischen Doppelbürgerschaft und seiner Vernetzung in der Blogosphäre nach wenigen Tagen wieder frei. Ein anderer regierungskritischer Blogger befindet sich seit 2006 in Haft (NZZ, 2009). Mehr über die Situtation der Blogger in Ägypten findet sich auch in einem Artikel von Reporter ohne Grenzen.

Aufsehen erregte auch der Fall des südkoreanischen Bloggers „Minerva“. Laut der NZZ vom 13.02.09 wurde der anonym bleibende Blogger wegen Verbreitung falscher Gerüchte, die die Notenbank zu einer milliardenschweren Rettungsaktion gezwungen haben, verhaftet. Darauf kam es in Südkorea zu einer heftigen Debatte über die Meinungsfreiheit (NZZ, 2009).

Citizen Journalists oder Cyber Dissidents können in diesen Ländern der Zensur der Massenmedien entgegenwirken und werden dadurch zu wichtigen Informationskanälen. Allerdings wird ihr Einfluss und ihre Macht von den Regierungen so sehr gefürchtet, dass es immer wieder zu Verhaftungen kommt.

April 14, 2009

Citizen Journalism

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , , , , — silviawitzig @ 8:24 am

In den letzten Posts bin ich darauf eingegangen, wie Themen aus der Blogosphäre von den Massenmedien aufgegriffen werden. Hier möchte ich aber noch einmal zum Ursprung solcher Themen kommen. Beispiele wie das von Jamba oder Trent Lott nahmen ihren Anfang in Blogs, die von einzelnen Personen, unter anderem von Citizen Journalists, geschrieben werden.

Bürgerjournalisten oder Citizen Journalists nutzen verschiedene Medien, um ihre Nachrichten zu verbreiten. Neben Blogs spielen dabei auch vermehrt die traditionellen Massenmedien eine Rolle. Verschiedene Zeitungen und TV-Stationen rufen ihre Leser dazu auf Fotos, Videos oder Text einzusenden oder haben sogar eigene Plattformen für Beiträge von Lesern. Ein Beispiel dafür ist die Plattform iReport von CNN.
Die Beteiligung von Bürgern an Massenmedien ist jedoch kein neues Phänomen, denn „ Schon im 19. Jahrhundert war das ein höchst erfolgreiches Konzept im Lokaljournalismus“ (Kopp/Schönhagen, 2007, S. 1). Citizen Journalism in Blogs ist natürlich eine neuere Entwicklung, die durch die Möglichkeiten des Web 2.0 stark gefördert wurde. Vor dem 11. September 2001 stellten Blogs noch ein reines WWW-Phänomen dar und wurden von den Massenmedien nur wenig beachtet. Nach den Terroranschlägen stellte sich heraus, dass über Blogs schneller, persönlicher und direkter berichtet werden konnte (Fischer, 2006, S. 166). In der Folge begann die Anzahl an Weblogs stark zu steigen. Auch der Krieg im Irak (2003) und der Tsunami (2004) förderten das Entstehen von weiteren Blogs im Bereich Citizen Journalism.

Wie ich im letzten Post aufgezeigt habe, besteht heute ein enges Verhältnis zwischen den Massenmedien und den Bürgerjournalisten. Die Medien nehmen Themen aus der Blogosphäre auf und Journalisten nutzen Blogs als Quellen.
Die Berichterstattung durch Bürgerjournalisten oder Blogger wird aber, unter anderem von Seiten der Medien, auch kritisiert. Bemängelt wird unter anderem, dass
Grundprinzipien des journalistischen Arbeitens, der Recherche, der Qualitätsstandards und der Trennung der Darstellungsformen nicht erfüllt werden (Büffel, 2006).
Auch die Subjektivität der Berichterstattung von Citizen Journalists wird kritisiert.
Zudem ist es schwierig, die Authentizität der Berichte zu klären und die Anonymität gewisser Blogger, sowie Falschmeldungen fördern das Misstrauen (Eberwein, 2008, S. 20).
Charakteristisch für die Blogosphäre und damit auch für Citizen Journalism in Blogs ist, dass Texte und Berichte unüberarbeitet und unkontrolliert veröffentlicht werden können. Allerdings findet nach der Veröffentlichung eine Kontrolle von Fakten und Informationen durch die Leser statt (Fischer, 2006, S. 197). Die Leser kommentieren Blog-Posts und ergänzen sie mit ihrem eigenen Wissen. Dadurch kann die Qualität dieser Artikel verbessert werden.

Ob man nun eher den Berichten der Massenmedien, die gegen Falschmeldungen und Subjektivität auch nicht immun sind, oder den Berichten von Citizen Journalists vertrauen will, muss jeder Leser für sich selbst entscheiden. Es ist wohl in beiden Fällen angebracht, die Berichterstattung kritisch zu hinterfragen.

April 12, 2009

Massenmedien und ihr Verhältnis zu Blogs

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , , — silviawitzig @ 3:00 pm

Anhand des Beispiels Jamba habe ich im letzten Post aufgezeigt, wie ein Thema aus einem einzelnen Blog sich in der Blogosphäre verbreitet und dann aus dem Netz in die Massenmedien aufgenommen wird. Erklärt werden kann dies unter anderem dadurch, dass Journalisten selbst bloggen und damit in der Blogosphäre aktiv und vernetzt sind. Das Interesse der Massenmedien an Blogs wächst auch dadurch, dass in der Blogosphäre Anschlusskommunikation über die Berichterstattung der Massenmedien stattfindet. So wird die Blogosphäre zu einem Resonanzraum der Medien, denn dort wird öffentlich diskutiert, was bisher nur in der Familie, im Bekanntenkreis oder am Arbeitsplatz besprochen werden konnte (Neuberger/Nuernbergk/Rischke, 2007, S. 109).

Für das Aufnehmen von Themen aus der Blogosphäre ist es jedoch wichtiger, dass überdurchschnittlich viele Blog-Leser Journalisten sind (Copeland, 2003, S. 24 zit. in: Seeber, 2008, S. 60). Journalisten nutzen Blogs zur Suche nach Themenideen, welche in den Massenmedien davor nur wenig erwähnt wurden (Eberwein, 2008, S. 16). Dadurch können Themen, besonders solche mit viel Aufmerksamkeit, aus der Blogosphäre auf die Massenmedien überspringen. Blogs werden aber auch zur Bildung von Meinungen konsultiert, denn besonders in den USA sind A-List Blogs, wie Instapundit und andere, relevant für die politische Meinungsäusserung und sollten bei journalistische Recherchen beachtet werden (Eberwein, 2008, S. 16).
Blogs spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für die Berichterstattung der Massenmedien aus oder über Kriegs- und Krisengebiete. Journalisten finden in sogenannten War- und Undergroundblogs ungefilterte Augenzeugenberichte und nutzen diese ergänzend zu den offiziellen Sichtweisen (Eberwein, 2008, S. 17).
In Blogs wird aber nicht nur recherchiert, wenn es um Politik, Krisen oder Kriege geht. Sie sind auch wichtige Quellen für Fachjournalisten, die es sich kaum leisten können, Erkenntnisse und Meinungen von bloggenden Experten zu ignorieren (Eberwein, 2008, S. 18).

Journalisten nutzen Blogs also auf verschiedene Art und Weise. Durch die Übernahme von Themen und Meinungen aus der Blogosphäre machen sie diese einer verhältnismässig viel grösseren Öffentlichkeit bekannt. Dadurch erhalten Themen auch mehr Aufmerksamkeit und es kann zu Entwicklungen wie im Fall Jamba kommen. Ein weiteres Beispiel dazu ist der Fall des US-Senators Trent Lott. Lott lobte auf einer Feier Präsidentschaftskandidat Thurmond, der die Rassentrennung erhalten wollte. Die traditionellen Massenmedien beachteten die rassistischen Äusserungen Lotts kaum. Blogger berichteten jedoch über den Vorfall und lieferten weitere Hintergrundinformationen. Das Thema wurde auch von den Massenmedien aufgegriffen, mit der Folge, dass Lott seinen Rücktritt bekannt gab (Möller, 2005, S. 134). Ähnlich wie im Fall des Klingeltonanbieters Jamba zeigt sich auch hier, dass ein Thema zwar zunächst in der Blogosphäre besprochen wird, dann aber von den Massenmedien aufgenommen wird und dadurch Einfluss ausgeübt werden kann.

April 6, 2009

Jamba und die Blogosphäre

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , , , — silviawitzig @ 4:02 pm

Im Dezember 2004 entwickelte sich um den Klingeltonanbieter Jamba ein Skandal in der Blogosphäre. Auf dem Blog Spreeblick wurde von Johnny Häusler ein Artikel mit dem Titel „Jamba-Kurs“ veröffentlicht, der sich kritisch mit dem Abo-Tarifmodell des Klingeltonanbieters auseinandersetzt. Der Artikel war im Stil der „Sendung mit der Maus“ verfasst, was seine Verbreitung förderte. Zur gleichen Zeit versuchten Jamba-Mitarbeiter mit anonymen Kommentaren, das Abo-Modell ihres Arbeitgebers zu verteidigen. Das Thema wurde in weiteren Blogs aufgenommen und dort kommentiert und besprochen. Daraus entwickelte sich ein Netzwerk an Verlinkungen und Kommentaren zum Spreeblick-Eintrag.
Das Thema wurde innerhalb einer Woche zu einem Hauptthema in der Blogosphäre. Dies zeigte sich auch daran, dass der „Jamba-Kurs“ zeitweise vor der Homepage des Unternehmens im Google-Ranking auftauchte. Nun griffen auch die traditionellen Massenmedien, unter anderem Spiegel und SAT1, das Thema auf und machten es einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Die ganze Affäre resultierte in einem Reputationsverlust für Jamba und in der Politik kamen Forderungen für den Verbraucherschutz vor Klingeltonmissbrauch für Jugendliche auf (Fischer, 2006, S. 188ff.).
Im Detail kann der Fall auch hier nachgelesen werden.

An diesem Beispiel kann man sehen, wie sich ein Thema aus einem einzelnen Blog-Post in der ganzen Blogosphäre verbreitet und von den Massenmedien aufgenommen wird. Dadurch kann dann Einfluss auf ein Unternehmen und die Öffentlichkeit ausgeübt werden.
Am Beginn dieser Ereigniskette kann ein Bürgerjournalist stehen, der einen Post zu einem bestimmten Thema veröffentlicht. Die Möglichkeit Einfluss auszuüben, erhält das Thema aber erst, wenn es von anderen Bloggern gelesen und weiterverbreitet wird. Die im letzten Post erwähnten A-Blogger, also Blogger mit vielen Lesern, haben hier eine wichtige Rolle. Meldungen, die in einem A-List-Blog stehen, werden von Hunderttausenden gelesen und diese Blogs übernehmen damit für ihre Leser und viele andere Blogger eine Art Orientierungsfunktion (Ebersbach/Glaser/Heigl, 2008, S. 68). Man kann davon ausgehen, dass die A-Blogger innerhalb der Blogosphäre Themen setzen, denn viele weitere Blogger verlinken auf die A-List-Blogs und nehmen die dort besprochenen Themen auf.
Je häufiger nun ein Thema in der Blogosphäre erwähnt und vor allem verlinkt wird, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass es öffentlich wahrgenommen wird und auf die Agenda der traditionellen Massenmedien gesetzt wird (Seeber, 2008, S. 57ff.). Unterstützt wird dies auch durch Google, denn die Verlinkungen in der Blogosphäre kommen dem Page-Rank Algorithmus stark entgegen (Seeber, 2008, S. 60).

Auch im Fall des Klingeltonanbieters Jamba hat sich das Thema zunächst in der Blogosphäre verbreitet und wurde dann von den traditionellen Massenmedien aufgenommen, wodurch Einfluss auf die Öffentlichkeit und das Unternehmen ausgeübt werden konnte.

April 2, 2009

Aufmerksamkeit in der Blogosphäre

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , , , , — silviawitzig @ 8:25 am

Link to meUm aus der unglaublichen Menge von Blogs hervorzustechen, braucht es Verlinkungen, die regelmässig viele Leser auf die Website eines Blogs bringen.
Die wichtigsten Grundelemente von Blogs sind Blogrolls, Permalinks und Trackback.
Eine Blogroll findet sich auf jedem Blog. In dieser Liste werden Blogs aufgeführt, die vom Autor regelmässig gelesen werden. Blogrolls sind einerseits ein Navigations-Tool und andererseits eine Art der sozialen Anerkennung (Marlow, 2004, S. 3).
Jeder Post erhält eine feste Internetadresse, einen sogenannten Permalink. Damit ist jeder Blog-Beitrag und auch jeder Kommentar eines Blog-Lesers referenzierbar, was das Verlinken auf fremde Blog-Beiträge deutlich vereinfacht (Seeber, 2008, S. 19).
Trackbacks sind Links zwischen zwei Blog-Posts. Der Autor des zweiten Posts bezieht sich in seinem Text auf den ersten Post. Er kann nun ein Signal an diesen ersten Post senden, welches dort als Kommentar mit Link erscheint. Dadurch können die Leser des Ursprungs-Posts gleich in den Kommentaren sehen, dass andere Blogger über das selbe Thema schrieben.

Diese drei Elemente erklären, wie Blogs vernetzt sind. Welche Blogs nun häufig verlinkt werden und dadurch Aufmerksamkeit erhalten, kann durch die sogenannte Power Law-Verteilung erklärt werden. „We know that power law distributions tend to arise in social systems where many people express their preferences among many options. We also know that as the number of options rise, the curve becomes more extreme“ (Shirky, 2003).
In der Blogosphäre hat es nun viele Blogs, wie im letzten Post thematisiert, und es gibt viele Leser, die sich aus diesen Blogs Favoriten auswählen und auf sie verlinken. Man könnte nun eigentlich davon ausgehen, dass die Leser ihre Favoriten frei auswählen und damit die meisten Blogs etwa gleich populär wären. Dem ist jedoch nicht so, denn „people’s choices do affect one another. If we assume that any blog chosen by one user is more likely, by even a fractional amount, to be chosen by another user, the system changes dramatically. Alice, the first user, chooses her blogs unaffected by anyone else, but Bob has a slightly higher chance of liking Alice’s blogs than the others. When Bob is done, any blog that both he and Alice like has a higher chance of being picked by Carmen, and so on, with a small number of blogs becoming increasingly likely to be chosen in the future because they were chosen in the past“ (Shirky, 2003). Dadurch werden Blogs, die schon von vielen Personen als Favoriten ausgewählt wurden, immer populärer und erhalten viel Aufmerksamkeit. Es kommt zur oben erwähnten Power Law-Verteilung und das heisst, dass ein grosser Anteil der Links auf einen kleinen Anteil der existierenden Blogs eingeht. Diese Blogs werden auch A-Blogs oder A-List Blogs genannt.

Die Blogsuchmaschine Technorati berechnet einen Autoritätswert, der ebenfalls auf der Verlinkung unter den Blogs beruht. Ausschlaggebend für eine hohe Technorati Authority ist, wie viele Blogs in den letzten sechs Monaten auf den eigenen Blog verlinkten. Die Top 100 Blogs können bei Technorati angesehen werden. Zur Zeit hat der Blog The Huffington Post den höchsten Authority-Wert. Dies ist übrigens ein weiteres Beispiel für einen Blog, der dem Bereich Citizen Journalism zugeordnet werden kann.

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