Die neue Macht der Online Medien!?

März 17, 2009

Blog-Masse

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , — silviawitzig @ 4:29 pm

Die grundsätzliche Voraussetzung, um mit Berichterstattungen überhaupt Macht ausüben zu können, ist, dass diese Berichte gelesen und wahrgenommen werden.
Die traditionellen Massenmedien richten ihre Berichterstattung an eine Masse oder Vielzahl von Menschen (vgl. Burkart, 2002). Dies mag für Tageszeitungen, Radio oder Fernsehen noch verhältnismässig einfach sein, da es deutlich weniger Massenmedien als Rezipienten gibt.
Bei Blogs sieht dies jedoch anders aus:
2008 gab es laut dem State of the Blogosphere Report von Technorati 133 Millionen indexierte Blog records. Gemäss der Wave 3 Studie von Universal McCann gab es im März 2008 sogar 184 Millionen Blogger weltweit. Die Zahlen zur Menge der existierenden Blogs unterscheiden sich je nach Quelle. Was feststeht ist aber, dass es eine unglaublich grosse Menge ist. Ob sich das Zählen überhaupt noch lohnt, fragt sich The Blog Herald.
Hinter dieser Menge von Blogs stehen viele einzelne Personen. Natürlich betreiben nicht alle Berichterstattung im Sinne des Citizen Journalism, sondern schreiben über unterschiedliche Themen. In der Studie von Universal McCann wurde auch erfasst, welche Themengebiete die beliebtesten sind:
1. Personal Blogs (Diary Sites) (63.5%)
2. Family of friends Blogs (38.9%)
3. Music (33.1%)
4. News/current affairs (29.1%)
5. Opinions on products and brands (26.6%)

Diese Statistik zeigt, dass sich doch einige dieser 184 Millionen Blogger mit medienähnlicher Berichterstattung befassen und deshalb als Citizen Journalists bezeichnet werden können. Sie schreiben zwar über tragische, politische, wirtschaftliche oder skandalöse Ereignisse, doch ich nehme an, dass die wenigsten von ihnen so viel Aufmerksamkeit erhalten, wie die Blogs, die ich im letzten Post als Beispiele aufgeführt habe.
Ein Vergleich, der das für mich illustriert: Jede Person auf dieser Welt kann sich vor die Haustüre stellen oder auch nur das Fenster öffnen und ihre Meinung zu einem Thema der ganzen Welt verkünden. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Meinung von jemandem gehört wird und sich dann sogar noch weiterverbreitet, ist jedoch verschwindend gering.
Mit Blogs verhält es sich eigentlich recht ähnlich. Anstatt, dass man das Fenster öffnet, wird die Meinung über den Blog in die virtuelle Welt gestellt. Auch hier muss die Meinung zuerst gelesen werden, damit sie sich weiterverbreiten und damit Macht ausgeübt werden kann. Die Chancen dafür erhöhen sich jedoch schon dadurch, dass die Blog-Posts abgespeichert und so dauerhaft verfügbar sind. Zum gleichen Thema noch ein Cartoon.
In der Blogosphäre gibt es aber auch noch bestimmte Mechanismen, die dazu führen, dass einige Blogs mehr Aufmerksamkeit erhalten als andere. Darauf werde ich im nächsten Post näher eingehen.

März 7, 2009

At the grass-roots level

Filed under: Uncategorized — Schlagwörter: , — silviawitzig @ 3:57 pm

Der für diesen Blog vielleicht doch etwas seltsame Titel benötigt wohl eine eingehendere Erklärung. Bei meinen Recherchen bin ich schon bald auf das Phänomen des Citizen Journalism oder auch Grassroot Journalism gestossen. Auf Deutsch wird diese Art des Journalismus auch als Graswurzel-, Bürger- oder partizipativer Journalismus bezeichnet.

An der Wurzel dieses Phänomens sind Bürger, die Nachrichten und Informationen über ihre eigenen Medien verbreiten. Eine genauere Definition von Bowman/Willis (2003, S. 9): „The act of a citizen, or group of citizens, playing an active role in the process of collecting, reporting, analyzing and disseminating news and information. The intent of this participation is to provide independent, reliable, accurate, wide-ranging and relevant information that a democracy requires.“
Mit den verschiedenen Begriffen, die im Zusammenhang mit Bürger-Journalismus auftauchen, beschäftigt sich auch der Blog Readers-Edition.

Durch die technischen Möglichkeiten des Web 2.0 ist es heute für Citizen Journalists sehr einfach geworden, ihre Nachrichten und Meinungen zu veröffentlichen. Nebst Blogs, die von einzelnen bis zu mehreren Tausend Personen geschrieben werden, gibt es auch Fotojournalisten oder Videojournalisten, die als Citizen Journalists aktiv sind:

OhmyNews publiziert seit 2000 Artikel von südkoreanischen Citizen Journalists. Seit vier Jahren gibt es auch eine internationale, englischsprachige Plattform.

Die Autoren von GlobalVoices veröffentlichen Beiträge und Nachrichten mit dem Fokus auf Entwicklungsländer und Geschehnisse, die von den traditionellen Medien vernachlässigt werden. Die Posts werden von Freiwilligen in verschiedene Sprachen übersetzt.

Auf CitizenJoe berichten Citizen Journalists mit dem Motto „hey, it’s your democracy too“ über die nationale US-Politk.

CitizenKate verfolgte die Kampagnen der Präsidentschaftskandidaten in den USA und berichtete darüber auf ihrer Homepage in einem Videoblog.

Die Citizen Economists berichten und kommentieren aktuelle Geschehnisse aus der Wirtschaft.

NoComment News ist eine Flicker-Gruppe mit dem Ziel „to show more people what’s really happening around the world.“

Haben diese Bürger-Journalisten, Personen wie du und ich, nun Macht?

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